Geistlicher Impuls zu Johannes 21,1-14

zum Sonntag Quasimodogeniti, 11. April 2021

 

Den auferstanden Jesus zu erkennen, und an ihn glauben zu können ist ein Wunder. Diese Fähigkeit liegt nicht in uns. Er muss sich uns offenbaren. Und dies will er. Dies ist auch seine Absicht in dieser Begegnung mit den Jüngern am See Genezareth. Auch da erkennen sie ihn zunächst nicht.
Johannes 21,1-14: 1 Jesus zeigte sich seinen Jüngern später noch ein weiteres Mal. Er erschien ihnen am See von Tiberias, 2 wo Simon Petrus, Thomas – auch Didymus genannt – , Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und noch zwei andere Jünger zusammen waren. 3 Simon Petrus sagte: »Ich gehe fischen.« – »Wir auch«, sagten die anderen, »wir kommen mit.« Sie gingen zum Boot hinaus und legten ab, aber in jener Nacht fingen sie nichts. 4 Als es dann Tag wurde, stand Jesus am Ufer, doch die Jünger erkannten ihn nicht. 5 »Kinder«, rief er ihnen zu, »habt ihr nicht ein paar Fische für das Frühstück?« – »Nein«, riefen sie zurück, »nicht einen einzigen!« – 6 »Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus!«, forderte er sie auf. »Ihr werdet sehen, dass ihr etwas fangt.« Sie warfen das Netz aus, aber dann konnten sie es nicht mehr einholen, solch eine Menge Fische hatten sie gefangen. 7 Da sagte jener Jünger, den Jesus besonders liebte, zu Petrus: »Es ist der Herr!« Als Simon Petrus ihn sagen hörte: »Es ist der Herr«, warf er sich das Obergewand über, das er bei der Arbeit abgelegt hatte, band es fest und sprang ins Wasser, ´um schneller am Ufer zu sein`. 8 Die anderen Jünger kamen mit dem Boot nach, das Netz mit den Fischen im Schlepptau. Sie hatten es nicht weit bis zum Ufer – nur etwa hundert Meter. 9 Als sie aus dem Boot stiegen und an Land gingen, sahen sie ein Kohlenfeuer, auf dem Fische brieten; auch Brot lag dabei. 10 »Bringt ein paar von den Fischen, die ihr eben gefangen habt!«, forderte Jesus sie auf. 11 Da stieg Simon Petrus ins Boot und zog das Netz an Land. Es war voll von großen Fischen, im Ganzen hundertdreiundfünfzig. Und trotz dieser Menge riss das Netz nicht. 12 »Kommt her und esst!«, sagte Jesus. Die Jünger hätten ihn am liebsten gefragt: »Wer bist du?« Aber keiner von ihnen wagte es; sie wussten, dass es der Herr war. 13 Jesus trat ´ans Feuer`, nahm das Brot und gab es ihnen, und ebenso den Fisch. 14 Das war nun schon das dritte Mal, dass Jesus seinen Jüngern erschien, nachdem er von den Toten auferstanden war.
Dieser Text wirft bei den Theologen manche Fragen auf und bringt sie zu unterschiedlichsten Schlussfolgerungen. Vor allem die Frage: Gab es den wundervollen Fischfang nach erfolgloser Nachtarbeit zweimal (s. Lukas 5) oder wurde das erste Erlebnis hier in die Erzählung vom Fisch und Brot essen mit dem Auferstanden eingefügt.
Meine Überzeugung ist kindlich einfach: Es ist zweimal passiert und beim zweiten Mal für Petrus eine Erinnerung an seine erste Begegnung mit Jesus. Damals hatte er sein Boot zur Verfügung gestellt, damit Jesus vom Wasser aus zur Volksmenge am Ufer predigen konnte. Danach kam es auf Jesu Anweisung zum wundervollen Fischfang mitten am Tag, wo man eigentlich nichts fängt. Petrus erkannte dort zum ersten Mal, dass in der Person Jesu Gott bei ihm im Boot ist, deshalb seine Aussage: Geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch. Doch Jesus rief ihn in seine Nachfolge und prophezeite ihm, dass er von nun an Menschen fischen, Menschen für Gott gewinnen wird.
Es folgten dann die ca. drei Jahre in denen Petrus und die anderen Jünger (d.h. Ja wörtlich Schüler) viel mit Jesus erlebten und von ihm gelehrt wurden. Petrus, Johannes und Jakobus erlebten manches noch intensiver mit als die anderen.
Doch dann kam dieses furchtbare Ende. Nach dem herrlichen Empfang in Jerusalem eroberte Jesus in seiner göttlichen Macht nicht den Thron, um das irdische Reich Israel wieder aufzurichten. Er wurde zwar gekrönt, doch mit einer Dornenkrone und unschuldig verurteilt zum Tod am Kreuz. Ja, für Petrus wurde es schrecklich. Er hatte gesagt, dass er bereit ist mit Jesus zu sterben. Doch als es eng wurde hat er dreimal bezeugt, dass er diesen Jesus nicht kennen würde.
Nicht nur er, sondern auch die anderen Jünger waren verzweifelt. Wie sollte es ohne Jesus weitergehen. War er doch nicht der verheißene Messias, der Gottes neues Reich hier auf der Erde aufrichten wird?
Als die Frauen dann erzählten, dass er auferstanden sei. Glaubten sie ihnen nicht. Erst als er ihnen selbst begegnete konnten sie es fassen. Aber so richtig überzeugt schienen sie vermutlich immer noch nicht. Vor allem einer war nicht dabei gewesen, deshalb zeigte er sich ihnen ein zweites Mal, als Thomas mit dabei war.
Doch ihnen war immer noch nicht klar, was nun dran ist. So kommt Petrus auf die Idee, dass zu tun, was er von Jung an gewohnt war. Fischen. Die Idee finden Johannes und Jakobus und vier andere die hier genannt werden gut. Bevor wir hier in Depression versinken, lasst uns lieber etwas sinnvolles tun, mögen sie gedacht haben.
Doch das Ergebnis ist ernüchternd. Sie sind die ganze Nacht auf dem See und fangen nichts. Das ist frustrierend, auch wenn das immer wieder mal vorkam. Warum aber jetzt?
Ich denke es passt genau in das, was dann geschieht. Sie sehen einen Mann am Ufer. Wir wissen, dass es der auferstandene Jesus ist. Sie wissen es nicht. Es ist das dritte Mal, dass er sich ihnen zeigt.
„Kinder habt ihr nichts zu essen“, fragt dieser für sie fremde Mann. Frustriert müssen sie antworten: „Nein nichts, wir haben nichts gefangen.“
Dann kommt der Auftrag: Versucht es doch noch einmal auf der rechten Seite und ihr werdet etwas fangen. Sie werfen das Netz aus. Und das Wunder geschieht, das Netz wird übervoll. Johannes schnallt es als erster: „Es ist der Herr!“ Das kann nur er sein. Als Petrus das hört hält es ihn nicht mehr zurück. Er muss schnellstmöglich zu Jesus ans Ufer. Er springt ins Wasser. Die anderen kommen mit dem Boot und dem Netz im Schlepptau nach.
Und was sehen sie: Jesus hat schon ein Kohlefeuer gemacht. Brot und ein paar Fische sind darauf. Nun sollen sie noch von ihrem Fang bringen. Simon zieht das Netz ein und sie zählen 153 große Fische. Ein prall volles Netz, das aber nicht kaputt geht.
Und dann kommt Jesu Einladung: Kommt her und esst. Sie würden am liebsten sich versichern, ob er es wirklich ist in dem sie ihn fragen, doch keiner getraut sich. Warum? Sie wissen durch dieses Begegnung, dass er es ist. Begegnung mit Jesus damals wie heute bleibt immer ein Geheimnis. Doch in denen, die an ihn glauben ist die Gewissheit da. Er ist es, der hier bei uns ist. Wir können ihn aber nicht zum anfassen vorweisen. Es ist und bleibt ein Geheimnis des Glaubens, des Vertrauens.
Und dann reicht er ihnen Brot und Fische. Er gibt von dem, was er für sie, für uns hat und nimmt das mit dazu, was sie gefangen haben.
Zuerst hatten sie nichts gefangen, weil sie auf eigene Faust losgezogen sind. Dies kennen wir im Leben auch immer wieder. Wir tun Dinge und gehen Schritte, nach eigenem Gutdünken, nach eigener Erfahrung und sind frustriert.  Doch wir sollten auf den Auftrag Jesu hören. Was sagt er dir und mir, das wir es tun sollen. Sein Auftrag an Petrus war bei der ersten Begegnung, beim ersten wundervollen Fischfang: Du wirst Menschenfischer werden, du wirst in meinem Auftrag losziehen und Menschen für mich gewinnen.
Diesen Auftrag hat Jesus hier nochmals erneuert, als er sagte: „Werft das Netz aus“. Es ist der Auftrag zur Mission. Man kannte damals 153 Fischarten. Evtl. ist es der Hinweis darauf, dass durch die Mission alle Völker erreicht werden sollen. Oder der Hinweis, egal zu welcher Sorte Gemeinde wir uns halten, wir gehören alle in das eine Netzwerk, der von Jesus gerufenen.
Nach diesem Ereignis kommt es noch zu einem persönlichen Zwiegespräch zwischen Jesus und Petrus. Mit der dreimaligen Frage: Hast du mich lieb. Es erinnert Petrus bestimmt daran, dass er nach Jesu Gefangennahme dreimal gesagt hatte: Diesen Jesus kenne ich nicht. Er hatte Angst um sein Leben. Doch nun erlebt er, dass Jesus keinen aufgibt. Egal wie groß unser Versagen auch sein mag. Jesus lässt uns nicht los. Er geht uns nach. Zum dritten Mal zeigt er sich seinen Jüngern. Er will Gemeinschaft mit uns. Deshalb das Fisch und Brot essen. Er will Tischgemeinschaft mit allen. Egal welche Stellung sie in der Gesellschaft haben. Und er hat für uns einen Auftrag. Wir sollen andere in diese Gemeinschaft einladen.
Ich wünsche mir und euch, dass wir immer wieder diese Gemeinschaft mit Jesus suchen. Er sucht sie. Er steht immer wieder am Ufer, gerade dann, wenn wir nach erfolglosem Bemühen in unserem Lebensboot unterwegs sind. Lasst uns miteinander und jede für sich hören, wo wir unsere Netze auswerfen sollen, damit das geschieht, was er will.
Er will, das wir Gemeinschaft mit ihm haben und sie immer auch miteinander feiern. Zur Zeit eher in kleinen Hausgruppen. Aber lasst uns beten, dass wir es bald wieder als Gemeinden tun können. AMEN

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu Jesaja 5,1-7

2. Sonntag der Passionszeit – Reminiszere, 28. Februar 2021

Passionszeit-Leidenszeit. Warum musste Jesus diesen Weg ans Kreuz gehen? Wäre er ihn nicht gegangen, dann hätten wir ein großes Problem. Dies zeigt uns der heutige Predigttext. Und der Sonntag Reminiscere (d.h. Gedenke) lässt uns miteinander vor Gott stehen und sagen: Bitte Herr, denke an deine Barmherzigkeit (Psalm 25,6).
Hier der Predigttext aus Jesaja 5 (die Gute Nachricht Bibel hat das Lied in Reimform gebracht)
1 Hört mir zu! Ich singe euch das Lied meines Freundes von seinem Weinberg: Auf fruchtbarem Hügel, da liegt mein Stück Land, 2 dort hackt ich den Boden mit eigener Hand, ich mühte mich ab und las Felsbrocken auf, baute Wachtturm und Kelter, setzte Reben darauf. Und süße Trauben erhofft ich zu Recht, doch was dann im Herbst wuchs, war sauer und schlecht. 3 Jerusalems Bürger, ihr Leute von Juda, was sagt ihr zum Weinberg, was tätet denn ihr da? 4 Die Trauben sind sauer – entscheidet doch ihr: War die Pflege zu schlecht? Liegt die Schuld denn bei mir? 5 Ich sage euch, Leute, das tue ich jetzt: Weg reiß ich die Hecke, als Schutz einst gesetzt; zum Weiden solln Schafe und Rinder hinein! Und die Mauer ringsum – die reiße ich ein! Zertrampelnden Füßen geb ich ihn preis, schlecht lohnte mein Weinberg mir Arbeit und Schweiß! 6 Ich will nicht mehr hacken, das Unkraut soll sprießen! Der Himmel soll ihm den Regen verschließen! 7 Der Weinberg des Herrn seid ihr Israeliten! Sein Lieblingsgarten, Juda, seid ihr! Er hoffte auf Rechtsspruch – und erntete Rechtsbruch, statt Liebe und Treue nur Hilfeschreie!

Das traurige „Liebes“-Lied von Jesajas Freund
Dieses Liebeslied haben wir gerade gehört/gelesen. Lasst es uns anschauen. Es hat drei Strophen und ein Fazit am Schluss.
Ich will mit dem Schluss, Vers 7, anfangen. Dort wird erklärt, wer dieser Freund Jesajas ist und wer dessen Weinberg (immer auch ein Bild für die Braut, die Geliebte) ist.
Es geht um Gott (schon in Vers 6 kann man dies erkennen, denn nur er kann Regen zurück halten) und sein erwähltes Volk Israel. Auf uns heute übertragen, es geht um Gott und um seine in Jesus Christus erwählte Gemeinde in dieser Welt.

Der ersten Strophe gebe ich die Überschrift: Gott hat alles investiert
Wie schon gesagt, ist der Ausdruck Weinberg auch ein Bild für die Geliebte, für die man alles investiert.  Es ist die Pflanzung an der Gottes Herz hängt, sein Lieblingsgarten (Vers 7). Sein Herz hängt an seinem auserwählten Volk. Er hat sie eingepflanzt in den besten Boden und einen Schutzwal mit Heckenzaum um sie gelegt und einen Wachturm darin erbaut.
Es ist ein Lied über enttäuschte Liebe. Den das Reich Gottes wird auch im Neuen Testament immer wieder mit einer Hochzeit verglichen. Jesus ist der Bräutigam, die erwählte Gemeinde seine Braut.
Doch zurück zum Weinberg, womit Israel gemeint ist. Und zu den Früchten, womit Frieden und Gerechtigkeit bezeichnet werden.
Er fragt die Einwohner Jerusalems und die Bewohner von Juda, die dieses Lied hören: Zu welchem Schluss kommt ihr, was denkt ihr über diesen Zustand des Weinbergs?
Es lohnt sich nicht mehr, zu investieren. Dabei hatte Gott doch alles investiert, die besten Voraussetzungen geschaffen. Er hat sich dieses Volk erwählt, alle Hindernisse beseitigt, dass sie in Frieden mit ihm und miteinander leben können. Dies gilt nicht nur für den Bund mit dem Volk Israel, sondern auch für die Gemeinde Jesu weltweit. Was hat Gott da alles investiert? Durch Jesus hat Gott uns aus der Sünde erkauft und zu seinem Eigentum gemacht. Er bearbeitet, reformiert die Kirche immer wieder. Er verbindet sich mit uns und verbindet uns untereinander. In ihm sind wir eingepflanzt in seinen Weinberg, egal zu welcher Kirche wir gehören. Er hat in der Vergangenheit und auch heute durch den Einsatz seiner Gaben, die er in die Gemeinden gegeben hat, Früchte hervorkommen lassen, z.B. die diakonischen Werke. Gott hat sich voller Liebe für uns seine Geliebten eingesetzt, er hat alles getan. Und nun erwartet er das, was auch wir erwarten, wenn wir alles für einen geliebten Menschen einsetzen. Er erwartet, dass wir ihn lieben und sich diese Liebe in unserem Miteinander auswirkt, Früchte trägt, die Welt prägt. Die Voraussetzungen hat er dafür geschaffen. Doch was muss er, was müssen wir feststellen?

2. Strophe: Wenig brauchbarer Ertrag
Statt edler Tauben, saures Stinkzeug, obwohl die beste Rebsorte gepflanzt wurde. Ob die Zuhörer damals an dieser Stelle schon merkten, dass sie gemeint sind?
Merken wir, dass wir gemeint sind? Es war damals und ist es auch heute die Geschichte, das Lied vom enttäuschten, erfolglosen Gott. Gott hat alles für sein erwähltes Volk damals und für die in Christus erwählten heute getan. Und was hat die Christenheit getan? Vorsicht, jetzt nicht nur auf andere oder die zurückliegenden Jahrhunderte schauen, oder auf die katholische Kirche, die gerade ins Gericht gezogen wird.
Bei Jesaja folgen nach diesem Lied die Weherufe über die Sünden der Großen und Reichen, die sich unter dem Schein des geltenden Rechtes auf Kosten der Mitmenschen bereichern. Schuldige werden frei gesprochen, Unschuldige verurteilt.
Als Gemeinde Jesu tragen wir Mitverantwortung für das Recht. Auch wenn unser Einsatz dafür uns ins Leiden bringen kann. Haben wir das Unrecht und das Leiden der Armen in dieser Welt im Blick? Wir, seine Gemeinde, seine Erwählten. Wo wird sichtbar, dass wir im Umgang mit unseren Mitmenschen nach Gottes Ordnungen leben und dies Ertrag bringt für sie?
Wie erlebt Gott dich und mich? Darf er edle Frucht ernten, als Folge der Gaben, die er in mich hineingelegt hat? Oder stinkt es zum Himmel, wie wir mit seinen Geschöpfen unseren Mitmenschen umgehen?
Ich denke wir kommen nicht besser weg, wie Gottes erwähltes Volk Israel.
Die Folgen davon werden in der dritten Strophe besungen.

3. Strophe Hartes Gericht
Gott droht nicht nur, er handelt. Jesaja hat dieses Handeln Gottes an seinem Volk noch erlebt. Und wenn wir in die Geschichte Israels sehen, dann wissen wir, dass diese Verwüstung geschehen ist.
Gott selbst zerstört nicht, aber er nimmt den Schutz und die Versorgung weg. Die Pflege und Fürsorge wird eingestellt. Die Verwüstung besorgen andere: Menschen, Tiere, Unkraut.
Ja, wenn Gott hartes, verdientes Gericht üben will, braucht er uns Menschen nur uns selbst und den Naturgewalten zu überlassen. Nicht-Bewahrung ist dann Gericht; Nicht-Rettung bringt Verderben.
Jesaja fordert in diesem Anklagelied, dass die Bürger selbst das Urteil über den Weinberg fällen sollen und so fällen sie es über sich selbst.
Im Neuen Testament (Röm 2,1-2) lesen wir dann: Worin du den anderen richtest verurteilst du dich selbst.
Wer kann denn da dem Schuldigwerden und dem harten Gericht entrinnen?
Gottes Gerichte in dieser irdischen Zeit sind immer wieder Zeichenhandlungen an seinem Volk, an seiner Kirche. Es gibt den Weinberg, sein Volk, seine Gemeinde immer noch, weil Gott barmherzig ist. Doch es kommt das Gottesgericht am Ende der Zeit. Und wir hätten keine Chance darin zu bestehen, wenn es das Gericht nicht auf sich selbst genommen hätte.
Das Evangelium, die frohe Botschaft des neuen Bundes mit Gott, nimmt nichts zurück vom harten Gericht Gottes über alles was zum Himmel stinkt. Gott drückt nicht beide Augen zu und lässt alles gut sein.
Nur der vernichtende Stoß des Zornes Gottes (Jesaja 5,25) traf den Mann am Kreuz.
Gott hat an unserer Stelle den Sündlosen und Gerechten zur Sünde gemacht (2. Korinther 5,21). An Karfreitag werden wir es wieder hören, was Jesaja aufgeschrieben hat: Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben (Jesaja 53,5). Der Sündlose macht uns von Sünde los. Der Gerechte gibt uns Ungerechten seine Gerechtigkeit.
Dies rettet uns im Endgericht. Unser alter irdischer Mensch muss ins Gericht und deshalb auch in den Tod, deshalb müssen wir alle sterben. Doch unser neue, an Christus glaubende inwendige Mensch, er lebt schon in dir und mir und überlebt bis hinein in die Ewigkeit. Und er bringt hier schon genießbare Frucht, die der Heilige Geist durch uns wirkt mit den Gaben, die er gibt. So sind wir Segen für andere.
Wichtig für uns dabei ist, dass wir uns zu unserem Schuldig werden stellen und es bekennen. Unsere Schuld ist dann durch Jesus gerichtet und wir gerettet. Und es kann sein, dass nichts Bestand hat im Gericht und wir wie durch das Feuer hindurch gerettet werden und alles verbrennt was wir dachten geleistet zu haben (1. Korinther 3,15). Aber wir sind gerettet durch seine Gnade und Barmherzigkeit. Lasst uns darin leben und andere dazu einladen, denn Jesus will retten. Wer an ihn glaubt besteht im Gericht. AMEN

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu Johannes 13,21-30

1. Sonntag der Passionszeit – Invokavit, 21. Februar 2021

Passionszeit-Leidenszeit. Wir begleiten Jesus auf seinem Weg zum Kreuz. Seine Leidenszeit beginnt. Er hat sich mit den Jüngern zum Abendessen versammelt. Dient ihnen, in dem er ihnen die Füße wäscht. Er ermutigt sie ebenso zu handeln, wenn sie wirklich seine Nachfolger sein wollen. Dienen ist sein Kennzeichen, nicht Herrschen.
Er weiß darum, dass einer von seinen 12 Schülern ihn verraten wird, damit die religiöse Obrigkeit ihn festnehmen kann. Denn in der Öffentlichkeit wollten sie dies nicht tun.
Dieser Verrat muss geschehen, damit die Schrift erfüllt wird Psalm 41,10: Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen. Alles nachzulesen in Johannes 13.
Ab Vers 21 beginnt der heutige Predigttext:
21 Danach erklärte Jesus, bis ins Innerste erschüttert: »Ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.« 22 Die Jünger sahen sich bestürzt an; sie konnten sich nicht denken, von wem er sprach. 23 Der Jünger, den Jesus besonders liebte, hatte bei Tisch seinen Platz unmittelbar an Jesu Seite. 24 Simon Petrus gab ihm durch ein Zeichen zu verstehen, er solle Jesus fragen, von wem er gesprochen habe. 25 Da lehnte sich jener Jünger so weit zu Jesus hinüber, dass er ihn ´unauffällig` fragen konnte: »Herr, wer ist es?« – 26 »Ich werde ein Stück Brot in die Schüssel tauchen«, antwortete Jesus, »und der, dem ich es gebe, der ist es.« Er nahm ein Stück Brot, tauchte es in die Schüssel und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot. 27 Sowie Judas das Brotstück genommen hatte, ergriff der Satan Besitz von ihm. Da sagte Jesus zu Judas: »Tu das, was du vorhast, bald!« 28 Keiner von denen, die mit am Tisch waren, verstand, weshalb er das zu ihm sagte. 29 Da Judas die gemeinsame Kasse verwaltete, dachten einige, Jesus habe ihm den Auftrag gegeben, das einzukaufen, was für das Fest nötig war, oder er habe ihn angewiesen, den Armen etwas zu geben. 30 Als Judas das Brot gegessen hatte, ging er sofort hinaus. Es war Nacht.

Die Passion Jesu beginnt mit Judas Weggang
In der Gegenwart Jesu, in seinem Licht ist einer der Jünger von der Nacht umfangen. Der Teufel hatte Judas ins Herz gegeben, Jesus zu verraten“ so lesen wir in dem Bericht zum Anfang des Zusammenseins (Joh 13,2). Jesus ist ganz aufgewühlt, bis ins Innerste erschüttert über diese Tatsache. Er weiß, dass es so passieren muss. Schon bei der Auswahl der Jünger wusste er dies. Aber es lässt ihn nicht kalt, es geht ihm durch und durch, dass Judas diesen Weg geht, ja gehen muss.
Er kündigt es an: Einer von euch wird mich den Behörden überliefern. Einer, der in enger Gemeinschaft mit mir war und noch ist. Einer, dem ich die Füße gewaschen habe.
Die Jünger blicken ratlos in die Runde. Jeder konnte es sein.
Ja, es ist gut, die Schuld immer wieder auch bei sich selbst zu suchen. Nicht nur damals bei den Jüngern, sondern auch heute unter uns, die wir Jesus nachfolgen.
Petrus und Johannes (Jünger, den Jesus besonders liebte, war er vielleicht der sensibelste) wollen Gewissheit. Wollten sie den Verräter aufhalten oder hatten sie Angst, es selbst zu sein?
Durch Zeichensprache macht Petrus Johannes klar, dass er Jesus fragen soll, denn dessen Platz war neben Jesus. Man lag auf den linken Arm gestützt am Tisch, die Füße nach hinten weggestreckt.
So konnte Johannes Jesus unauffällig fragen. Jesus antwortet mit einer Handlung: Er nimmt ein Stück Brot taucht es in den Fruchtmus und reicht es Judas. „Dem ich es gebe, der ist es“.
Dies haben vermutlich auch die anderen mitbekommen. Auch wenn sie nicht begreifen, was Judas nun wirklich vorhat. Sie denken, er sollte als Kassenverwalter etwas mit dem Geld kaufen für das Passahmahl oder Almosen geben, wie es zum Fest üblich ist.
Doch nun geschieht das Heftige: In Judas ist nicht nur der Gedanke da, Jesus zu verraten, Satan ergreift Besitz von ihm.
Er kann nicht mehr anders als das zu tun, was dieser ihm sagt. Er folgt nicht mehr Jesus und hört auf ihn. Er gehört nicht mehr zu den Jüngern, der Jüngerkreis zerbricht. Nicht mehr Jesus und Gottes Geist, sondern Satan regiert in ihm.
Die Sünde war zunächst nur in seinen Gedanken, doch nun hat sie Wohnung in ihm genommen. So war es auch am Anfang der Menschheitsgeschichte als die Sünde Wohnung in Kain nahm und er seinen Bruder Abel erschlug. Auch da war zunächst nur der Gedanke des Neids, dass sein Bruder bei Gott besser angesehen sei.
Es ist also nichts neues, was da passiert bei Judas und was auch bei uns passieren kann. Wenn wir der Sünde die Tür zu unserm Innersten, zu unserem Herzen öffnen, dann nimmt sie auch Wohnung bei uns, bestimmt uns und wird zur Tat.
Doch auch in dieser Situation ist Jesus Herr der Lage. Er leitet sein Leidensweg selbst ein: „Was du vorhast zu tun, das tue bald,“ sagt er zu Judas. Er hätte ihn auch aufhalten können.
Und dieser ging sofort hinaus. Es war Nacht.
Zwei Worte mit tiefer Bedeutung: Hinaus und Nacht
Hinaus aus dem Kreis der Jünger, aus der Gemeinschaft mit Jesus.        Hinaus aus der Gemeinde.
Hinaus aus der Liebe Jesu, die auch ihm die Füße gewaschen hat, damit er rein sein konnte.
Hinaus aus der Nachfolge, aus dem Hören auf ihn.       Hinaus aus Jesu Gegenwart.    
Hinaus aus Jesu Schutz.         Hinaus aus Jesu Segen  
Hinaus aus dem Licht, denn Jesus ist das Licht der Welt.   Hinein in die Finsternis.        
Hinaus aus dem Leben mit Jesus hinein in den Tod.

Ja draußen war es Dunkel, es war Nacht geworden. Doch dies hat hier noch eine tiefere Bedeutung.

Es ist die Nacht der Gottesferne:
Joh 12,35 Jesus erwiderte: »Das Licht ist nur noch kurze Zeit unter euch. Geht euren Weg im Licht, solange ihr das Licht habt, damit die Finsternis euch nicht überfällt. Wer in der Finsternis unterwegs ist, weiß nicht, wohin sein Weg ihn führt. Wer ohne Jesus unterwegs ist irrt im Dunkeln.

Es ist die Stunde und Macht der Finsternis:
Luk 22,53 (Jesus bei seiner Gefangennahme)  Dabei war ich doch Tag für Tag bei euch im Tempel, und ihr habt nichts gegen mich unternommen. Aber jetzt ist eure Stunde gekommen, jetzt übt die Finsternis ihre Macht aus. Jesus überlässt sich dieser Macht, damit die Erlösung vollbracht wird.

Es ist die Nacht in der niemand wirken kann:
Joh 9,44 Wir müssen den Auftrag dessen, der mich gesandt hat, ausführen, solange es Tag ist (Heilung am Sabbat). Die Nacht kommt, in der niemand mehr etwas tun kann.

Die Nacht ist ein Bild für Satan und seine Finsternismächte. Er will zerstören und vernichten. Dies wollte er auch bei Jesus tun. Doch er ist auferstanden und lebt und hat ihm die Macht genommen.

Judas ging in die Nacht. Eine heftige Geschichte. Jesus weiß, dass wir alle in dieser Welt, in der Satan herrscht angefochten werden, auf diesen zu hören um ihm in die Nacht zu folgen.
Deshalb betet er für seine Jünger damals und für uns:
12 Solange ich bei ihnen war, habe ich sie durch die Macht bewahrt, die du mir gegeben hast, die Macht deines Namens. Ich habe sie beschützt, und keiner von ihnen ist verloren gegangen – keiner außer dem, der verloren gehen musste; doch das geschah, weil sich erfüllen sollte, was in der Schrift vorausgesagt ist[1]. 13 Jetzt aber komme ich zu dir. Ich sage das alles, solange ich noch hier in der Welt ´bei ihnen` bin, damit meine Freude sie ganz erfüllt. 14 Ich habe ihnen dein Wort weitergegeben, und nun hasst sie die Welt, weil sie nicht zu ihr gehören, so wie auch ich nicht zu ihr gehöre. 15 Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt herauszunehmen; aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen zu bewahren. 16 Sie gehören nicht zur Welt, so wenig wie ich zur Welt gehöre. 17 Mach sie durch die Wahrheit zu Menschen, die dir geweiht sind. Dein Wort ist die Wahrheit. 18 So wie du mich in die Welt gesandt hast, habe ich auch sie in die Welt gesandt. 19 Und für sie weihe ich mich dir, damit auch sie durch die Wahrheit dir geweiht sind.« 20 »Ich bete aber nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die auf ihr Wort hin an mich glauben werden.
Hier spricht Jesus im Gebet aus, was uns bewahren kann. Das Wort, dass Gott zu uns gesprochen hat. Wir haben es in der Bibel schriftlich. Wir hören daraus in den Gottesdiensten und ich hoffe auch bald wieder in den Bibelstunden.
Und wir hören darauf, wenn wir es in der persönlichen Bibelzeit lesen. Lasst uns am Wort, an Jesus, im Licht bleiben, damit wir in der Nacht dieser Welt uns nicht verirren. Und sollten wir uns verirrt haben, lasst und umkehren zu Jesus, dem guten Hirten, der nicht will, dass eines von seinen Schafen verloren geht.   AMEN

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu Jesaja 58,1-12

Sonntag vor der Passionszeit - Estomihi, 14. Februar 2021

Am kommenden Mittwoch beginnt die Fastenzeit. Wir denken in dieser Zeit an den Leidensweg Jesu und auch daran, dass zur Nachfolge Jesu auch Leiden und Verzicht gehört. Doch wie sieht ein Fasten aus, das Gott gefällt? Jesaja muss es heraus posaunen, denn das erwählte Gottesvolk hielt sich zwar äußerlich an die Fastentage, die sie erinnern sollten, immer wieder zu Gott umzukehren. Doch ihr eigentliches Leben hatte andere Zielsetzungen.

1 Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2 Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. 3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? 6 Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7 Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. 9 Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich. Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, 10 sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. 11 Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt. 12 Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat, und du wirst wieder aufrichten, was vorzeiten gegründet ward; und du sollst heißen: »Der die Lücken zumauert und die Wege ausbessert, dass man da wohnen könne«.

 

Ein Fasten das Gott gefällt dient nicht sich selbst, sondern dem Nächsten, es ist gelebte Barmherzigkeit und Liebe

1. Fasten ist Nächstenhilfe
Wenn ich mit meinem Leben wirklich Gott dienen will, dann geht es nicht darum, dass ich bestimmte Rituale, z.B. Fastenzeiten, einhalte, sondern „Gottesdienst“ geschieht immer am Nächsten. Die Liebe Gottes zu uns, dass wir umkehren können zu ihm, zeigt sich in der tätigen Nächstenliebe. Sie wird zur Tat am Mitmenschen, dem Essen, Kleidung und ein Zuhause fehlt.
Die Zeiten damals waren nicht anders als heute. Jeder schaute nach seinem eigenen Auskommen und feierte äußerlich den Gottesdienst. So auch heute: Jeder ist sich selbst der Nächste. Warum soll ich das Wenige (ich habe ja immer weniger als manche Reiche), das ich habe, mit anderen teilen? Hauptsache, ich lebe in den geforderten Frömmigkeitsformen, gebe z.B. meinen Zehnten und die anderen 90 % sind für mich.
Okay, die Nöte sind nicht direkt vor unserer Haustüre und wenn wir die Grenzen dicht halten und Flüchtlinge in den Lagern lassen, kommen sie auch nicht zu uns. Doch wie soll von mir, von uns als Gemeinde Jesu, das Brotbrechen mit den Hungernden in der Welt aussehen? Spenden für Brot für die Welt, Patenschaften, Kleidung abgeben, Wohnraum kostenlos oder günstig zur Verfügung stellen u.a., sind ein guter Anfang.
Dazu muss aber auch kommen, dass wir uns dafür einsetzen, dass unser Wohlstand nicht weiter auf der Knechtschaft andere Länder aufbauen darf, die wir ausnutzen z.B. zur Rohstoffgewinnung oder zum Anbau billiger Lebensmittel.
Gott versorgt uns, damit wir durch Fasten/Verzicht mit denen teilen, die in Not sind. Sei es durch eigene Schuld, durch Katastrophen oder ihre Not wurde sogar durch unsere Lebensweise verursacht.

2. Fasten ist Verzicht, Selbstbeschränkung
Unser Fasten muss ein dienendes, diakonisches werden. Aus diesem Denken sind die ganzen diakonischen Werke entstanden.
Die Juden hatten sich feste Fastentage gesetzt, die sie daran erinnern sollten, was passierte, wenn sie sich von Gott abgewandt hatten. Fasten sollte zur Umkehr zu Gott führen. Deshalb bedeutet Fasten, dass ich mich ganz herausnehme aus dem gewohnten Lebenskreislauf und nicht noch nebenher etwas mache, was mir Gewinn bringt. Ich verzichte bewusst, ich schränke mich ein, um Anderen zu dienen.
Ich nehme mir Zeit für Gottesliebe – Stille, Hören auf ihn und Reden mit ihm.
Ich nehme mir Zeit für Nächstenliebe – Dienst am Nächsten mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Verzicht auf Zeit, Geld, eigene Interessen, um ganz für den Anderen da zu sein mit meinem Essen, meiner Kleidung, meinem Zuhause.
Jesaja fordert auf, dass Sklaven entlassen werden sollten. Dies bedeutete damals Verzicht auf Profit und damit Verzicht auf mehr Wohlstand. Dinge wieder selbst tun müssen, die andere sonst für einen getan haben.
Wie sieht Verzicht und Selbstbeschränkung heute aus? Wo lebe ich bewusst Verzicht, der mir wirklich wehtut, weil ich auf gewohnte Bequemlichkeiten verzichte zum Wohl des Anderen?
Wir Reiche können durch Verzicht andere zu Gewinnern machen. Z.B. wenn wir auf billige Lebensmittel verzichten und solche kaufen, deren Erzeuger dafür fair bezahlt werden.
Jesus selbst warnt uns in Mark 8,35: „Wer sein Leben in dieser Welt erhalten will, (wer also nicht bereit ist, für andere sein Leben einzuschränken) der wird es verlieren.“
Jesus selbst hat sich ganz mit allem, was ihm gehört, für dich und mich eingesetzt. Er versorgt uns mit geistlicher Nahrung, mit sich selbst (Abendmahl). Er kleidet uns in seine Gerechtigkeit. Er richtet für uns eine Wohnung im Himmel ein. Und für diese irdische Zeit verspricht er uns, dass wir versorgt werden. Lasst uns dies miteinander teilen und keine Grenzen schließen.

3. Fasten ist Dank
Wenn wir verzichten, geht es doch um Dinge, die wir auch bekommen haben. Es sind schlussendlich immer wieder Geschenke unseres Schöpfers. Wir haben nichts auf diese Erde gebracht.
Deshalb sprechen wir ja auch ein Dankgebet beim Essen. Gott braucht dies nicht, sondern wir er erinnern uns dabei, von wem wir das Essen haben. Er lässt wachsen, wir (bzw. die Bauern) sammeln es nur ein. Ja, es stimmt, dies macht uns Mühe und erinnert uns daran, dass wir noch auf der vergänglichen Welt sind.
Was sagt der Prophet? Wenn ihr …..., dann...... . Wenn ihr davon abgebt und verzichtet, dann werdet ihr erleben, das Segen fließt. Denn ihr habt ihn ja schon zuvor empfangen, sonst könntet ihr nicht verzichten. In Matth. 6,33 heißt es: „Trachtet zuerst nach den Reich Gottes, dann wird euch alles andere zufallen.“ Reich Gottes bedeutet: Jeder denkt an und für den Anderen. Bonhoeffer soll dazu gesagt haben: „Wir fahren nicht schlecht, wenn wir ohne Sicherung des Eigenbestandes, einfach für den anderen da sind.“ Wir werden nicht arm, wenn wir das weiter geben, was wir von Gott empfangen haben, ohne Profit damit zu machen. Wir werden dabei und dadurch zum Segen und erleben selbst Segen.
Unsere Hinwendung zu unseren Mitmenschen mit unseren von Gott gegeben Dingen ist Dank an Gott. Er sorgt dafür, dass wir nie zu kurz kommen. Das hat er zugesagt.

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu Lukas 8,4-15

2. Sonntag vor der Passionszeit - Sexagesimae, 7. Februar 2021

Wenn Jesus in Gleichnissen redet, denken wir meist, er tut dies, damit ihn die Leute besser verstehen. Doch er selbst sieht dies anders, hören wir genau hin:
4 Die Menschen scharten sich in großer Zahl um Jesus, und von Ort zu Ort wurden es mehr, die mit ihm gingen. Da erzählte er ihnen folgendes Gleichnis: 5 »Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg, wo es zertreten und von den Vögeln aufgepickt wurde. 6 Einiges fiel auf felsigen Boden. Die Saat ging zwar auf, verdorrte aber bald, weil die nötige Feuchtigkeit fehlte. 7 Einiges fiel mitten ins Dornengestrüpp. Die Dornbüsche wuchsen mit der Saat in die Höhe und erstickten sie. 8 Und einiges fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfache Frucht.« Jesus schloss mit dem Ausruf: »Wer Ohren hat und hören kann, der höre!« 9 Die Jünger fragten Jesus, was dieses Gleichnis bedeute. 10 Da sagte er: »Euch ist es von Gott gegeben, die Geheimnisse seines Reiches zu verstehen; den Übrigen jedoch werden sie nur in Gleichnissen verkündet. Denn ›sie sollen sehen und doch nicht sehen, sie sollen hören und doch nichts verstehen.‹ 11 Das Gleichnis bedeutet Folgendes: Die Saat ist das Wort Gottes. 12 Bei einigen, die es hören, ist es wie mit der Saat, die auf den Weg fällt. Der Teufel kommt und nimmt das Wort wieder aus ihrem Herzen weg, sodass sie nicht glauben und daher auch nicht gerettet werden. 13 Bei anderen ist es wie mit der Saat, die auf felsigen Boden fällt. Wenn sie das Wort hören, nehmen sie es mit Freuden auf. Aber sie sind wie Pflanzen ohne Wurzeln; zunächst glauben sie, doch wenn eine Zeit der Prüfung kommt, wenden sie sich wieder ab. 14 Wieder bei anderen ist es wie mit der Saat, die ins Dorngestrüpp fällt. Sie hören das Wort, doch im Lauf der Zeit wird es von den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden, die das Leben bietet, verdrängt, sodass keine Frucht reifen kann. 15 Bei anderen jedoch ist es wie mit der Saat, die auf guten Boden fällt. Mit aufrichtigem und bereitwilligem Herzen hören sie das Wort; sie halten daran fest, lassen sich nicht entmutigen und bringen Frucht.«
 

Wenn Jesus und auch wir heute von Gottes Reich reden, dann....

1. …. wird die Mehrheit es nicht verstehen (können/wollen)
Ein Ausleger hat zu diesem Textabschnitt Folgendes gesagt: „Der normale Erfolg des Wortes Gottes ist der Misserfolg.“ Eine harte, aber nach Jesu Worten der Wirklichkeit entsprechende Aussage. Dies mussten schon die Propheten des Alten Testaments erleben. Doch wir dürfen nicht überhören, dass dies nicht an der Wirksamkeit des Wortes Gottes liegt. Denn dort, wo es wirken darf, bringt es hundertfache Frucht (von „Erfolg“ zu sprechen, ist hier nicht angebracht, denn Erfolg hat immer mit menschlichem Bemühen zu tun und dies kann hier nichts bewirken).
Erst bei der Ernte, d.h. wenn Jesus wiederkommt, wird sichtbar werden, welche Frucht Jesu Wort in unserem Leben wirken konnte.
Der „Misserfolg“ der Verkündigung ist nicht ungewöhnlich, denn schon Jesus musste, wie auch die Propheten vor ihm, diese Erfahrung machen. Die Menschen kamen in Massen zu ihm, um ihn zu hören und zu sehen, welche Wunder er tut. Doch nur wenige sind ihm dann wirklich nachgefolgt. Am Ende war nur ein kleiner Haufen. Jesus ist erstaunt über den Glauben eines heidnischen Hauptmanns. Einen solchen Glauben hat er bei seinen Volksgenossen nicht gefunden. Gerade in seiner Heimatstadt und der umliegenden Gegend konnte er kaum etwas durch seine Verkündigung bewirken, obwohl er dort nichts anders verkündigte, als an anderen Orten: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium, dass durch mich Gott zu euch gekommen ist.“
Reich Gottes wird von Anfang an durch die Verkündigung des Wortes gebaut. Gott zwingt keinen mit Gewalt dazu, in sein Reich zu kommen und nach seinem Wort zu leben. Da er alle Macht hat, könnte er dies. Doch seine Macht ist Liebe und diese stellt uns immer in die Freiheit und zwingt niemanden. Er überlässt alles dem Wirken seines Wortes und dieses trifft bei uns auf Glauben oder Unglauben. Und wir müssen immer wieder neu begreifen, dass wir bei uns und auch bei unseren Mitmenschen keinen Glauben machen können. Schon Paulus hält in 2.Thess 3,2 fest, dass der Glaube nicht jedermanns Sache ist.
Äußerlich gesehen war Jesu Missionserfolg gescheitert und die Geschichte der Gemeinde Jesu zeigt, dass sich daran nichts geändert hat. Es ist und bleibt ein kleiner Haufen. Selbst da, wo eine kirchliche Arbeit aufblüht, ist immer abzuwarten, was bleibt, wenn in heftigen Zeiten sichtbar wird, dass vieles davon nur ein Strohfeuer war und keine tiefen Wurzeln hat.

2. …. muss Gott Glauben wirken. Nur dem Glaubenden erschließt sich in Jesus das Reich Gottes.
In Vers 10 lesen wir eine heftige Aussage von Jesus auf die Frage, was dieses Gleichnis denn bedeutet?
„Euch ist es von Gott gegeben, die Geheimnisse seines Reiches zu verstehen; den Übrigen jedoch werden sie nur in Gleichnissen verkündet. Denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, sie sollen hören und doch nichts verstehen.“
Euch ist es von Gott gegeben: Nicht – ihr habt für gute Voraussetzungen gesorgt, dass ihr es verstehen könnt. Gott selbst schenkt, dass es einige begreifen. Reich Gottes erschließt sich eben nicht unserem Wissen. Es ist kein Gegenstand, den man beweisen und nachweisen kann.
Aber: Wer glauben kann, dem tut sich die Wirklichkeit des Reiches Gottes auf, dem Nichtglaubenden bleibt sie verschlossen.
Gott hatte sich in Jesus offenbart, doch selbst da wurde nur einzelnen geschenkt, zu erkennen, wer Jesus ist. Bis zu Jesu Wiederkunft bleibt Gott der Verborgene, Unerklärbare, der menschlich gesehen Machtlose. 1. Kor 13,12 spricht davon, dass wir ihn erst dann wirklich wahrnehmen können, wenn er erscheint. Bis dahin ist all unser Erkenntnis Stückwerk. Was Jesus in Vers 10 sagt, sind nicht seine Worte, er zitiert Jesaja. Er redet in Gleichnissen, damit seine Botschaft nur von denen erfasst werden kann, die glauben. Das bedeutet, ich kann mir alles anhören, was er sagt oder es nachlesen und gedanklich darüber reflektieren. Aber es bewirkt nichts in mir, wenn ich nicht glaube. Ich kann es aber auch hören und merken, dass Gott durch sein Wort mit mir in Verbindung treten, dass er Glauben in mir wirken will. Er möchte mich nicht als Zuschauer und Zuhörer, sondern er will in meinem Herzen wirken, durch seinen Heiligen Geist. Gott will in Gemeinschaft mit uns leben. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht“, sondern bittet ihn mit der Jahreslosung: „Herr ich will glauben, hilf meinem Unglauben.“

3. ... ist es meine Sache, zu schauen, wie mein „Boden“ beschaffen ist.
Wie sieht es bei mir aus, wenn Jesu Worte wie Samen zu mir kommen, die Frucht bringen wollen?
Fest getrampelter Weg:
Bin ich unzugänglich? Wurde auf meiner Seele rumgetrampelt und ich lasse nichts mehr an mich ran? Lasse ich Gott nicht an mich heran? Prallen alle seine Worte ab an meinen Einwänden, Gewohnheiten, Bequemlichkeiten? Ist meine Weltanschauung, mein Gottesbild, so fest, dass Gott nichts verändern darf und kann? Die Vögel in diesem Gleichnis zeigen, es gibt jemand, dem alles daran liegt, dass Jesus bei mir nicht zum Zuge kommt. Einer, der will, dass ich nicht glaube und nicht gerettet werde. Jesus verurteilt nicht, dass es fest getrampelte Zustände bei mir  gibt, er stellt nur die Folgen davon fest. Er ist gekommen, um das Festgetrampelte aufzubrechen. Er ist nicht gekommen zu richten, sondern zu retten.
Felsiger Boden:
Wir waren, sind begeistert von Jesus, weil wir etwas mit ihm erlebt haben, so wie die Menge, die ihm nachfolgte, weil er Wunder getan hat. Wir bekennen ihn, ändern unser Leben und arbeiten in der Kirche mit. Aber dann, wenn Situationen kommen, die unseren Glauben auf die Probe stellen – alles nur Strohfeuer. Es wird uns zu heftig, Christ zu sein und die Nachteile in Kauf zu nehmen.
Dornengestrüpp:
Es wächst etwas, aber es wächst auch zu viel anderes. Ok, wir können nicht den ganzen Tag nur im Gebet verbringen, wobei wir dies auch nicht schaffen würden. Doch wir sollten schauen, wie wir mit den Alltagsdingen umgehen: Nichthabende sollten ihre Sorgen bei dem abgeben, der um uns besorgt ist. Habende, sollten schauen, dass sie ihren Reichtum mit den Notleidenden teilen. Wir sollten klären, was wirklich anhaltende Freude bereitet. Paulus rät uns dazu, dass uns nichts gefangen nehmen soll (1.Kor 6,12). Wir sollen uns auf das besinnen, was Gott will. Er wird uns geben, was wir brauchen. (Lukas 12,31)
Guter Boden:
Jesus geht davon aus, dass es den guten Boden gibt. Ihm liegt daran, dass bei uns durch sein Wort etwas geschieht und 100-fache Frucht entsteht. Es geht nicht darum, durch unsere Bemühungen Erfolg zu haben und dafür Ruhm zu empfangen. Das ausgesäte Wort hat in sich die Kraft, Frucht zu bringen. Wir sollen ihm zutrauen, dass es dies auch in unserem Leben tut. Lasst uns beten, dass Jesus uns durch seinen Geist bearbeitet, damit wir fruchtbarer Boden werden, in dem sein Wort aufgehen und Frucht und Segen für andere wirken kann und so auch für uns selbst. Er will es tun.
AMEN.

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu 2. Petrus 1,16-21

Letzter Sonntag nach Epiphanias, 31. Januar 2021

Dieser Brief des Petrus ist sein Vermächtnis, denn er weiß, dass er nicht mehr lange leben wird (1,14). Er nutzt ihn, um die Gläubigen standhaft im Glauben an den von den Aposteln verkündigten Jesus Christus zu machen, damit sie allen weltlichen und vermeintlich geistgewirkten Versuchungen widerstehen können.

16 Denn wir haben uns nicht etwa auf klug ausgedachte Geschichten gestützt, als wir euch ankündigten, dass Jesus Christus, unser Herr, wiederkommen und seine Macht offenbaren wird. Nein, wir haben seine majestätische Größe mit eigenen Augen gesehen. 17 ´Wir waren` nämlich ´dabei,` als er von Gott, dem Vater, geehrt wurde und in himmlischem Glanz erschien; ´wir waren dabei,` als die Stimme der höchsten Majestät zu ihm sprach und Folgendes verkündete: »Dies ist mein geliebter Sohn; an ihm habe ich Freude.« 18 Wir selbst haben die Stimme gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren – diese Stimme, die vom Himmel kam. 19 Darüber hinaus haben wir die Botschaft der Propheten, die durch und durch zuverlässig ist. Ihr tut gut daran, euch an sie zu halten, denn sie ist wie eine Lampe, die an einem dunklen Ort scheint. ´Haltet euch an diese Botschaft,` bis der Tag anbricht und das Licht des Morgensterns es in euren Herzen hell werden lässt. 20 In diesem Zusammenhang ist es von größter Wichtigkeit, dass ihr Folgendes bedenkt: Keine einzige prophetische Aussage der Schrift ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen ´des jeweiligen Propheten`. 21 Anders gesagt: Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet.
 

Die Herrlichkeit Jesu Christi
 

1.   Davon redeten und schrieben  die Apostel

Warum hängt unser Glaube an der Christuserfahrung derer, die Christus selbst gesehen und Gottes Stimme über ihm gehört haben?
Weil sie nicht selbst ersonnenen Mythen folgen, wie die Gnostiker der damaligen Zeit, die überzeugt waren, dass Jesus ein Geist-Christus war. Auch sie hätten diesen Geist jetzt in sich und bekämen dadurch immer wieder neue Erkenntnisse (Gnosis=Erkenntnis) über Gott. Diese Erkenntnisse lehrten sie und verführten damit die an Christus Gläubigen.
Für die, die durch die Verkündigung der Apostel zum Glauben gekommen waren, bestand nun die Gefahr, den wirklichen Christus zu verlieren, um einem mystischen Christus anzuhängen.
Natürlich brauchen wir, um an Christus glauben zu können, das Wirken des Heiligen Geistes. Christus will durch den Heiligen Geist Wohnung in uns nehmen (Gal 2,20).
Aber was unterscheidet gnostische Spiritualität vom neutestamentlichen Glauben an Jesus Christus?
Im neuen Testament und bei der Verkündigung der Apostel geschieht Geisterfüllung immer in Verbindung mit Jesus Christus und nimmt ihn in seiner himmlischen Wirklichkeit wahr. „Das Wort wurde Fleisch und wir sahen seine Herrlichkeit“. Wir können Gott nur in Jesus Christus wahrnehmen und erkennen, dazu brauchen wir die Augen- und Ohrenzeugen.  (Lukas 1,2; Apostelgeschichte 1,21f; 10,37ff; Joh. 1,14; 19,35; 21,24 1.Joh 1,1-3)
Die Predigt von Jesus Christus, auch diese hier, durch die Jesus zu uns redet, lebt von diesem Christus, den die Apostel bezeugt haben.
Sie bezeugen den Christus, der wirklich in der Geschichte gelebt hat als wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich. Drei der Jünger, unter ihnen Petrus, durften seine Herrlichkeit sehen.
Fleisch und Blut, damit ist unser Sein in dieser irdischen Realität beschrieben, können Jesus Christus nicht wahrnehmen (Matth. 16,12). Ein Kamerateam hätte damals diese Szene auf dem Berg der Verklärung in Bild und Ton nicht festhalten können. Es war eine göttliche Offenbarung. Wir brauchen für unseren Glauben das Zeugnis der Augen- und Ohrenzeugen und sind dankbar, dass wir es im Neuen Testament schriftlich haben.

2.  Die Herrlichkeit Jesu Christi – Die Propheten lenken den Blick auf sie

Der von besonderer Erkenntnis durch den Geist erfüllte Mensch denkt, er braucht das Zeugnis der Apostel nicht, da er ja mit direkten Zugriff durch den Geist die Gnosis (die Erkenntnis) hat, welche die Dunkelheit der jeweiligen Situation erleuchtet.
Das Zeugnis der Apostel von Jesus Christus bezeugt den gekommen und kommenden Jesus, der dann durch dieses Zeugnis auch der Gegenwärtige ist. Er spricht durch den, der ihn verkündigt, dies hat er verheißen. Wer euch hört, der hört mich.
Die ersten christlichen Gemeinden hielten sich an die prophetischen Worte des Alten Testaments. Es war ihre Bibel. In ihnen war das Evangelium von Christus vorverkündigt zu finden.
Das Evangelium von Jesus Christus ist in den Propheten verheißen, angekündigt worden. (Römer 1,2)
Petrus muss nicht die ganze Geschichte vom Berg der Verklärung erzählen. Die Leute wissen, aus der Verkündigung der Apostel, dass dort dem verherrlichten Jesus die Propheten Mose und Elia erschienen und mit Jesus redeten (Matth. 17,3). Die Propheten reden vom Messias, vom Königreich Gottes, Bund, Gerechtigkeit, Recht, Treue, Heil, Frieden, Versöhnung, Zion, Jerusalem, alttestamentlichen Opfern. All dies sehen die Apostel in Jesus, der gekommen ist und wiederkommen wird, erfüllt.
Wir leben noch an dem dunklen Ort in dieser vergänglichen Welt, in der dies alles fehlt. In diese hinein verkündigten die Apostel und verkündigen wir das Wort von Jesus Christus, das leuchtet.
Nicht wir sind die Erleuchteten, das Wort allein, die Botschaft von Jesus Christus, bringt Licht in die Dunkelheit.
Der Glaube hält sich am Wort, an Jesu Zusagen, fest und bekommt dadurch Zuversicht, egal wie dunkel die gegenwärtige Situation gerade ist. Er sehnt sich nach neuer Erde und neuem Himmel. Dies dürfen wir gerade jetzt in dieser besonderer Corona-Situation für uns nehmen.
Der angefochtene Glaube wird auf das Wort aufmerksam gemacht, nicht auf geistliche Erfahrungen und Erkenntnisse von Menschen. Die Lampe des prophetischen Wortes weist uns immer wieder auf den Tag des Lichts, des Heils hin, der mit Jesu Wiederkunft hereinbrechen wird. Bis dahin leuchtet es in unserem Herzen und macht unser Inneres hell. Denn was verheißen ist, wird sich erfüllen.

3.  Die Herrlichkeit Jesu – Schlüssel zur Auslegung der Heiligen Schrift

Wir müssen wissen, die Heilige Schrift, die Bibel, wird auch von Irrlehrern benutzt, die zu ihren vermeintlich geistgewirkten Erkenntnissen die passenden Bibeltstellen suchen, bzw. diese passend machen. Schon die Zuhörer von Paulus machen es uns vor, dass es wichtig ist, alle Verkündigung anhand der Aussagen der ganzen Bibel zu prüfen. (Apostelgeschichte 17,11)
Wir haben gesehen, dass die Propheten des Alten Testaments ( in V.20/21 geht es nicht um gegenwärtige Prophetie) auf Jesus Christus hinweisen. Deshalb gilt für alle Auslegung der Bibel, dass sie auf ihn hin und von ihm her auszulegen ist. So kommen wir immer wieder zu dem Zeugnis der Apostel von Jesus Christus, die ihn gesehen und gehört haben. Christus allein ist und bleibt unser Halt hier in unserer Lebens-Situation bis er kommt. Diese Erkenntnis bleibt bestehen gegenüber manch vergänglicher Menschenerkenntnis und möge sie noch so geistgewirkt klingen.
AMEN.

(Raimund Schwarz)

Geistlicher Impuls zu Lukas 2,41-52

2. Sonntag nach Weihnachten, 03. Januar 2021

Jesus als Teenager, bei den Vätern in der Lehre, beim Vater zu Hause

Die Verse 39 und 40 zeigen, dass Jesus mit seinen Eltern wieder zu Hause in Nazareth war und dort heranwuchs, in einer Familie, die sich ganz an die von Gott gegebenen Ordnungen hielt und so mindestens einmal im Jahr zu einem Fest nach Jerusalem pilgerte.
39 Als Josef und Maria alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn verlangte, kehrten sie nach Galiläa in ihre Heimatstadt Nazaret zurück. 40 Jesus wuchs heran; er war ein kräftiges Kind, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm. 41 Jesu Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem hinauf.
Als Kind war Jesus nie dabei gewesen, doch nun als Teenager, sozusagen im Konfirmandenalter konnte er mitkommen, weil er in diesem Alter selbstverantwortlich für das Einhalten der Gesetze wurde.

42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie den Jungen mit und gingen wieder dorthin, wie es der Sitte entsprach. 43 Doch als sie sich nach den Festtagen auf den Heimweg machten, blieb Jesus in Jerusalem, ohne dass seine Eltern etwas davon wussten. 44 Sie dachten, er sei irgendwo in der Pilgerschar. Erst nachdem sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, fingen sie an, unter Verwandten und Bekannten nach ihm zu suchen. 45 Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn dort zu suchen. 46 Endlich, nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. 47 Alle, die dabei waren, staunten über die Klugheit seiner Antworten. 48 Seine Eltern waren völlig überrascht, ihn hier zu sehen. »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.« 49 Jesus erwiderte: »Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?« 50 Doch sie verstanden nicht, was er damit meinte. 51 Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter behielt alle diese Dinge im Gedächtnis. 52 Jesus nahm weiter zu an Weisheit und wuchs zu einem jungen Mann heran. Gottes Gnade war mit ihm, und die Menschen hatten Freude an ihm.
Regelmäßig besuchte die Familie von Josef und Maria das Passahfest und blieb die Festtage in Jerusalem. Die Anreise aus Nazareth erfolgte vermutlich in drei Etappen zusammen mit Verwandten und Bekannten.

Jesus, bei den irdischen Vätern in der Lehre
Jesus, als nun religionsmündiger Teenager, ist sehr an der Lehre der Glaubensväter interessiert und so findet man ihn in einem Vorhof des Tempels. Dort in den Vorhallen des äußeren Tempelvorhof halten die Rabbiner ihre Schul- und Streitgespräche, während die Schüler am Boden hocken und Fragen stellen. Jesus gesellt sich zu ihnen, er lehrt zunächst nicht, er hört zu und fragt. Jesus ist leidenschaftlich an dem interessiert, was es dort zu lernen gibt – so interessiert, dass man ihn noch nach drei Tagen (wo hat er wohl geschlafen und gegessen?) immer noch hörend und fragend auffindet. Zum Erstaunen der Anwesenden gibt er aber auch sehr kluge Antworten.
Jesus, so könnte man sagen, ist bei den Vätern, seine Eltern mit eingeschlossen, in der Lehre. Durch Josef, als Nachkomme Davids, und Maria, aus priesterlicher Familie stammend, wird Jesus schon eine Grundlage in der Lehre der Väter erhalten haben, vermutlich hat er auch regelmäßig die Synagoge mit ihnen besucht.
Als er dann das erste Mal zum Passahfest mit nach Jerusalem kommt, in die heilige Stadt. An dem Ort, den Gott ausgewählt hatte, nutzt er die Gelegenheit. Er geht dorthin, worin Gottes Gegenwart besonders verheißen war. Aber er geht auch dorthin, weil er weiß, dass er noch mehr über die Väter des von Gott erwählten Volkes erfahren wird. Alle frommen Juden hatten das Verlangen, das Gesetz Gottes immer besser zu kennen, um dann auch danach zu leben.
Jesus zeigt mit seiner Beteiligung an diesen Gesprächen und an seinen Antworten, dass er nicht gekommen ist, das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. 20 Jahre später, in seiner sogenannten Bergpredigt, erleben wir dies dann ganz intensiv (Matthäus 5,17-20). Das Alte Testament war Jesu Bibel, er richtete sein Leben danach. Wenn er gängige Vorschriften der damaligen Frommen durchbrach, dann nicht, um biblische Gesetze zu brechen, sondern um ihren eigentlichen Sinn hervorzuheben. (Ihr habt gehört... ich aber sage euch..... Matthäus 5,21-48) Er besuchte den Gottesdienst in der Synagoge regelmäßig ( Lukas 4,16). Er hielt die Gebetszeiten (Lukas 4,42). Er feiert das Passahmahl mit seinen Jüngern. Am Kreuz betet er den 22. Psalm und Psalm 31,6.
Wir sehen, dass Jesus diese Ordnungen hält, weil sie gut sind und dem Leben in der Verbindung mit dem Vater dienen.
So ist auch unsere Teilnahme an Gottesdiensten in unseren Kirchen, die uns jetzt gerade wieder coronabedingt fehlen, ja nicht nötig, damit wir Gott etwas bringen, sondern weil uns dort etwas gegeben werden soll. Etwas, das wir nur empfangen können, sonst haben wir es nicht (1.Korinther 4,7).
Jesus hält sich nicht nur an das Gesetz, er hält sich auch an die Tradition, dass die Jüngeren den Älteren Fragen stellen, um zu lernen. Dies sollte uns ein Beispiel sein, damit wir unsere Weisheit nicht nur aus uns heraus suchen, sondern bei denen fragen, die unsere Wege schon vorausgegangen sind.
Von dem, was andere als Tradition weitergeben,  können wir für unser Leben empfangen und daraus unser Leben gestalten.
Jesus machte mit seinem Verhalten deutlich, dass wir die Gemeinschaft der Generationen brauchen, um unseren eigenen Glaubensweg zu finden. Er machte als Teenager deutlich, dass es wichtig ist, auf die Väter zu hören, nicht nur auf die geistlichen, sondern auch auf die eigenen Eltern. Er lernte, ihnen gehorsam zu sein. Er, der Sohn Gottes, ordnete sich ein in die irdische Familie von Josef und Maria und nahm weiter an Weisheit zu.

Jesus, beim himmlischen Vater zu Hause
Diese Aussage ist noch viel aufregender als die, dass er bei den Vätern in der Lehre ist.
Ohne Wissen und vermutlich gegen den Willen der Eltern, ist er im Tempel geblieben. Natürlich kann man sich im Menschengewühl des Passahfestes verlieren. Vielleicht hat Jesus nicht mitbekommen, dass seine Familie und die Verwandten sich auf den Heimweg gemacht haben. Maria und Josef dachten vielleicht, dass er bestimmt mit aufgebrochen ist. Doch bei der ersten Übernachtung auf dem Heimweg stellen sie fest, dass Jesus fehlt.
Sie gehen zurück und finden ihn nach drei Tagen und stellen ihn zur Rede: »Kind«, sagte seine Mutter zu ihm, »wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich verzweifelt gesucht.«
In dieser Aussage und der Antwort Jesu darauf, kommt es zum Kontrast zwischen dem irdischen Vater (V.48) zum himmlischen Vater (V.49). Dies können Joseph und Maria noch nicht verstehen.
Jesus fragt sie: „Wusstet ihr nicht?“ Nein, sie wussten es nicht. Sonst hätten sie nicht so lange gesucht.
Jesus hält mit seiner Aussage fest: „Ihr müsstet es doch wissen, dass ich hierher gehöre. Der Tempel ist das Haus meines Vaters. OK, ihm gehört die ganze Welt. Aber doch ist dies ein besonderer Ort, der meinem Vater gehört.“
Hier in diesem Haus wird Jesus 20 Jahre später als Hausherr auftreten und aufräumen (Lukas 19,45-48) Man wird ihn fragen, woher er dazu die Befugnis hat (Lukas 20,2).
Aber schon als Teenager gibt er die Antwort: Ich bin der Sohn des himmlischen Vaters. Dies kann keiner mit menschlichem Verstand fassen und ist dem menschlichen Verstand auch nicht zu erklären.
Denn es bleibt dabei, dass nur der Sohn den himmlischen Vater kennt und nur der himmlische Vater den Sohn kennt. Dies ist göttliches Wissen. (Lukas 10,22).
Wir erleben, dass Jesus ganz eng mit dem Vater verbunden sein will und deshalb im Tempel sein Zuhause ist. Denn er will nur das tun, was der Vater will, und was der Vater will, ist in den Schriften des Alten Bundes schon festgehalten.
So wie er beim Vater zu Hause ist, so will er, dass auch wir beim himmlischen Vater zu Hause sind. Damit wir diesen Zugang zum himmlischen Vater bekommen, geht er den Weg, den sein himmlischer Vater ihn führt.
Jesus geht zunächst mit seinen Eltern und ordnet sich ihnen unter. Damit er dann, wenn die Zeit gekommen ist, seine Jünger sammelt und sie lehrt. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung sollen sie verkündigen, dass wir umkehren sollen von unseren eigenen Wegen, um mit ihm beim Vater zu Hause zu sein. Dazu müssen wir nicht mehr in den Tempel, aber auch heute lässt Gott sich auf die von Menschen geschaffenen Häuser ein, die ihm geweiht sind, damit wir ihm dort in besonderer Weise begegnen können. Lasst uns beten, dass wir dort bald wieder unbeschränkt Gottesdienste feiern können. AMEN.

(Raimund Schwarz)


Geistlicher Impuls zur Jahreslosung und zum Jahr 2021

von Pastor Raimund Schwarz

Auf dem ARM des Hirten am VATER-HERZ Gottes

Wenn ich an die Jahreslosung 2021 denke, dann erklingt in mir der Refrain eines Liedes:
„Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein (irdischer)Vater es kann. Er warf unsere Sünden ans äußerste Meer, kommt betet, den Ewigen an.“
Und vor meinem inneren Auge entstand dieses Bild, welches unser ältester Sohn gezeichnet und unsere Tochter beschriftet hat.
In Wort Barmherzigkeit stecken die Worte ARM und HERZ.
Für mich bedeutet Gottes Barmherzigkeit, dass er mich immer wieder auf seinen ARM nimmt, um mich an sein liebendes VATER-HERZ zu drücken. Es erinnert mich daran, wie ich mit unseren ersten beiden Söhnen abends mit dem Rücken ans Stockbett gelehnt saß. Beide auf meinem Schoß und ich erzählte ihnen spontan Geschichten, bevor es ins Bett ging. Später habe ich es auch mit unserem dritten Sohn zusammen mit unserer Tochter so gemacht.
Es erwärmt noch heute mein Herz, wenn ich daran denke. Und ich stelle mir vor, dass es Gott, unserem himmlischen Vater, ebenso geht.

Er freut sich, wenn wir wie Kinder zu ihm kommen, uns bei ihm bergen, ihm alles bringen und erzählen, was wir so erlebt haben: Schönes und Schmerzliches. Gelungenes und Zerbrochenes. Er kann nicht anders, als uns an sein HERZ zu drücken, denn es schlägt voll Liebe für uns. Voller Barmherzigkeit ist er uns zugewandt. Er hat uns so sehr geliebt, dass er sein Liebstes, seinen Sohn für uns gab. Durch Jesu Tod und  Auferstehung ist unser Weg zum VATER-HERZ Gottes wieder frei. Er breitet seine Arme aus, damit jedes verlorene Menschenkind (sei es noch so undankbar und böse (Lukas 6,35)) sich wieder bei ihm bergen kann und wissen darf, du bist ein geliebtes Gotteskind.
Das Sprichwort „auf den Arm nehmen“ wird oft benutzt, um damit auszudrücken, dass jemand angelogen oder getäuscht wird. Weil man kleine Kinder auf den Arm nimmt, bedeutete es ursprünglich aber, dass man jemanden wie ein Kleinkind behandelt, ihn also nicht ernst nimmt und glaubt, er sei naiv und leichtgläubig.
Gott nimmt uns nicht auf den Arm, um uns zu belügen oder zu täuschen. Dies tun wir Menschen gegenseitig oft genug. Dies Verhalten muss uns erschreckender Weise niemand beibringen, es kommt aus unserem Herzen.
Es stimmt eben nicht: Ich bin klein, mein Herz ist rein...

Gott will, dass wir, ja auch wir Erwachsenen, zu vertrauenden Kindern werden, die wissen, dass sie bei ihm sicher und geborgen sind.
Wenn wir diese barmherzige Geborgenheit bei ihm in Anspruch nehmen,  verändert sich auch unser Verhältnis zu unseren Nächsten.
Denn dann nehmen wir einander nicht mehr auf den Arm, wir belügen und täuschen uns nicht mehr, sondern wir profitieren miteinander von der Barmherzigkeit Gottes.
Wir können kommen und bitten: Ich bin klein (bzw. nicht mehr klein) mein Herz mach rein (reinige uns von allem Bösen und aller Undankbarkeit), lass niemand drin wohnen als Jesus allein.

Denn die Liebe  Gottes kommt durch seinen Heiligen Geist überfließend in unsere Herzen. Diese Liebe verändert unser Denken, Reden und Tun. Wir werden fähig, unseren Mitmenschen den Splitter aus ihrem Auge zu entfernen, weil wir selbst zuvor im Licht der Barmherzigkeit Gottes unseren Balken im Auge entdeckt haben, den Gott mit Hilfe der Nächsten uns nimmt.
Er hilft uns barmherzig miteinander, vor allem mit unseren Schwächen umzugehen und darin leuchtet seine Liebe in diese dunkle Welt.
Ihr lieben, von Gott geliebten Mitmenschen, Schwestern und Brüder, lasst uns jeden Abend in den Tagen des Neuen Jahres eine Zeit auf dem Schoss des himmlischen Vaters verbringen:
Ihm erzählen, was wir erlebt und durchlebt haben. Ihm die Dinge und Personen nennen, die wir verletzt haben, damit er sie heilend anrührt.
Bei ihm ablegen, was uns selbst Sorgen macht, denn er ist und bleibt der Vater, der jede Minute um uns besorgt ist.
Ich will mich an diesem Vaterherz bergen. Ich will sein Kind bleiben und mich gerne von ihm auf den Arm nehmen lassen.
Willst du, wollen Sie das auch? Ich wünsche allen ein gesegnetes Neues Jahr an Gottes Vater-Herz.

Ihr/Euer Raimund Schwarz