Bibelkurs Sommer 2017 - Der 1. Johannesbrief

 

 

Digitale Nachlese des Bibelkurses 2017

Abend 1 von 3

 

 1. Wer ist eigentlich dieser Johannes?

 

Matthäus 4,18-22: Johannes´ Beruf war ________________. Sein Bruder hieß ________________, sein Vater ________________.

 Er gehörte mit seinem Bruder und Simon Petrus zu den ersten ________________.


Markus 3,13-19
: Jesus gab Johannes und seinem Bruder den Spitznamen ________________ und spielte damit wohl auf ihr Temperament an. Siehe als Beispiel die Begebenheit in Lukas 9, 52-56


Markus 5,37; Matthäus 17,1; Markus 14,33-34
: Zusammen mit ________________ und ________________ gehörte Johannes zum engeren Kreis der Jünger, denen Jesus besonderes Vertrauen entgegenbrachte. Johannes 19,26-27: In seiner Todesstunde bittet Jesus ihn sogar, von nun an für seine Mutter zu sorgen.

 
Apostelgeschichte 3,1-8; Apostelgeschichte 4,19-20; Apostelgeschichte 8,14-17; Galater 2,9
: Als Zeuge des leeren Grabes und der Auferstehung Jesu gehört Johannes zusammen mit ________________ zum Leitungsteam der Urgemeinde und der frühen Kirche

 

2. Bücher, die Johannes uns hinterlassen hat oder die aus dem Kreis seiner Schüler kommen:

·        Das Johannesevangelium

·        3 Johannesbriefe

·        Die Offenbarung

 

 3. Einleitung in den 1. Johannesbrief

 ·       Geschrieben ca. 90 nach Christus, vermutlich aus Ephesus

·        Zweck: Warnung der Gläubigen vor Irrlehren und falschen Propheten.
         Woran  erkennt man wahre / gute Lehre?

·        Zentralthemen: Jesus als Fleisch gewordener Sohn Gottes, Aufruf zu echter

         christlicher Liebe, Unterscheidung von der Welt, Gegeneinander von Licht und
         Finsternis

 

 

4. Leben im Licht Gottes – 1. Johannes 1,5-7

 1. Wir lesen den Text.

 2. Hinweise zur Erklärung:

Zu Vers 5: An vielen Stellen der Bibel wird Gott mit Licht verglichen. Johannes verdichtet diesen Vergleich: Gott IST Licht – und zwar Licht ohne jede Finsternis (anders, als es das Sprichwort sagt: Wo Licht ist, ist auch Schatten).

Zu Vers 6: Wie wir leben, sagt nach Johannes´ Meinung mehr über uns aus als das, was wir sagen. Unser Tun sagt mehr von uns als unser Leben.

Zu Vers 7: Überraschend dann, was Menschen, die im Licht leben, nach Johannes´ Meinung zuallererst vorzuweisen haben: Sie leben in Gemeinschaft und aus der Vergebung durch das Blut Jesu, das sie nach und nach von Sünde reinigt.

 3. Fragen zum Verständnis:

 ·        Mit welchem Begriff bezeichnet es Johannes, wenn Reden und Leben nicht
          zueinanderpassen? (Vers 6)

·        Welche Voraussetzungen sind nötig, damit andere uns zweifelsfrei als Christen
         erkennen? Welchen Stellenwert hat dabei das eigene Versagen? (Vers 7)

·        Warum gebraucht Johannes wohl beim „Wandeln in der Finsternis“ (Vers 6) als
         auch beim „Wandeln im Licht“ (Vers 7) das Personalpronomen „Wir“, statt bei der
         Finsternis von „Sie“ und nur beim Licht von „Wir“ zu sprechen?

 

4. Anregungen zum Gespräch:

 

·        Vervollständige den Satz: Licht bewirkt…

·        Was ist für dich „Leben in Dunkelheit“?

·        Vervollständige den Satz: Dein Christsein ist Lüge, wenn…

·        Reinigung von aller Sünde: Was bedeutet das deiner Meinung nach?

 

5. Zur Weiterarbeit: Gott ist Licht – Durch die Bibel

 Lies folgende Bibelstellen. Was steht da über Gott?

 2. Samuel 22,29    ____________________________________________________________________________

 Psalm 27,1             ____________________________________________________________________________

 Psalm 104,1-2       ____________________________________________________________________________

 Jesaja 60,19           ____________________________________________________________________________

 Daniel 2,22             ____________________________________________________________________________

 Johannes 1,9         ____________________________________________________________________________

 Johannes 8,12       ____________________________________________________________________________

 1. Timotheus 6,16   ____________________________________________________________________________

 

 

 

 

 

Abend 2 von 3


Versöhnung und Gehorsam

 

 1. Der Text

·        Wir lesen 1. Johannes 2,1-6 ins so vielen Übersetzungen, wie sie am Tisch
         sind.
·        Jeder liest den Text noch einmal still für sich.

2. Zentrale Worte

·        Wir rufen Worte, die uns zentral erscheinen, die uns ansprechen oder die etwas
         in uns auslösen, unkommentiert in den Raum. Jeder kann ein Wort oder einen
         Satzteil aussprechen. Alles bleibt unkommentiert stehen!

3. Hilfen zum Verständnis und Fragen zum Gespräch

·        Vers 1: Johannes spricht seine Leser mit „Meine Kinder“ an. Er ist streng,
         schreibt aber in einem väterlichen Tonfall.

·        Vers 1: „Fürsprecher“. Für Jesus benutzt Johannes hier den Begriff „parakletos“,
         den er in seinem Evangelium für den Heiligen Geist gebraucht und den man
         auch mit „Tröster“ übersetzen kann.
                   o   Frage: Inwiefern ist Jesus, „wenn jemand sündigt“, ein Tröster?

·        Vers 2: Versöhnung geschieht nach einem Streit, wenn:
         _____________________________________________________________

         _____________________________________________________________ 

         Beschreibe in eigenen Worten, wie Jesus „Versöhnung für unsere Sünden“ ist.

·        Verse 3-4: „Erkennen“ in der Bibel ist liebendes Erkennen (Adam „erkannte“
         Eva). Gibt es ein Wort in unserer Sprache, dass das, was hier gemeint ist,
         besser wiedergibt?

         Wir reden selten über die „Gebote“ Jesu. Welche könnte Johannes hier meinen?
         (Mt 22,37-39)

·        Vers 5: Für Johannes ist „christliche Vollkommenheit“ als Vollkommenheit in der
         Liebe Gottes in diesem Leben durchaus vorstellbar – so wie auch für John
         Wesley, der sich hier stark an Johannes orientiert und anlehnt. Wie stehst du
         dazu: Gibt es christliche Vollkommenheit in diesem Leben? Und wenn ja: Was  
         bedeutet sie?

         Wir lesen das Streitgespräch zwischen Zinzendorf und Wesley auf der
         Rückseite.

·        Vers 6: „In ihm bleiben“, das erinnert an Johannes 15,1-8. Was bedeutet „In
         Jesus-bleiben“ praktisch? Was kann ich tun, um in ihm zu bleiben?

 

 

Christliche Vollkommenheit
Auszug eines Gesprächs zwischen John Wesley und Zinzendorf vom 3. September 1741.

 

Z.: Du sagst, wahre Christen seien keine armen Sünder. Das ist völlig falsch. Die besten Menschen sind bis zum Tode ganz elende Sünder. Wenn sie etwas anderes sagen, sind sie durch und durch Betrüger oder teuflisch Verführte. Unsere Brüder, die besseres lehren, hast du bekämpft. 

W.: Ich bin in Sorge, daß sie Falsches lehren über das Ziel unseres Glaubens in diesem Leben, also über die christliche Vollkommenheit.

Z.: Ich erkenne keine innewohnende Vollkommenheit in diesem Leben an. Das ist der Irrtum aller Irrtümer. Allein Christus ist unsere Vollkommenheit. Wer eine innewohnende Vollkommenheit lehrt, der leugnet Christus.

W.: Ich aber glaube, daß Christi Geist im rechtem Christen die Vollkommenheit schafft.

Z.: Keineswegs. Unsere ganze Vollkommenheit liegt in Christus. Alle Vollkommenheit besteht im Vertrauen auf das Blut Christi. Die ganze christliche Vollkommenheit ist zugerechnet, nicht einwohnend. Wir sind vollkommen in Christus, in uns selbst niemals.

W.: Wir streiten, glaube ich, um Worte. Ist nicht jeder, der wirklich glaubt, ein Heiliger?

Z.: Aber ein Heiliger in Christus, nicht in sich.

W.: Aber lebt er nicht heilig?

Z.: Gewiß, er lebt heilig in allem.

W.: Und hat er nicht ein heiliges Herz?

Z.: Ganz gewiß.

W.: Folglich ist er doch heilig in sich. Trägt er nicht in seinem Herzen die Liebe zu Gott und zum Nächsten, ja sogar das ganze Ebenbild Gottes?

Z.: Ja, aber das ist die gesetzliche Heiligkeit, nicht die evangelische. Die evangelische Heiligkeit ist der Glaube. Ein Heiliger ist nicht heiliger, wenn er mehr liebt, und nicht weniger heilig, wenn er weniger liebt.

W.: Was? Nimmt denn der Glaubende, der in der Liebe wächst, nicht gleichfalls in der Heiligkeit zu?

Z.: Niemals. Vielmehr in dem Augenblick, in dem er gerechtfertigt ist, wird er auch völlig bis ins Innerste geheiligt. Demnach ist er bis zu seinem Tode weder mehr noch weniger heilig.

W.: Also ist ein Vater in Christus nicht heiliger als ein Kind in Christus?

Z.: Nein. Die ganze Heiligung und Rechtfertigung sind in demselben Augenblick da, und keine wird mehr oder weniger.

W.: Ich meinte, wir sollten in der Gnade wachsen!

 

Aufgezeichnet von John Wesley und aufgenommen von Zinzendorf in die „Bündingische Sammlung“, also bestätigt.

Auszugsweise zitiert aus: Mitteilungen der Studiengemeinschaft für Geschichte des Methodismus, 1. Jahrgang 1962, Heft 1 u. 2, S. 26ff.

 (nach Oben)

Abend 3 von 3

 

Falsche Propheten und das Gebet

1. Der erste Text: 1. Johannes 4,1-6
Wir lesen den Text laut vor in allen Übersetzungen, die uns zur Verfügung stehen.

2. Zentrale Worte
Wir rufen Worte, die uns zentral erscheinen, die uns ansprechen oder die etwas in uns auslösen, unkommentiert in den Raum. Jeder kann ein Wort oder einen Satzteil aussprechen. Alles bleibt unkommentiert stehen!

3. Hilfen zum Verständnis
Vers 1: Verkündigung in der Gemeinde, insbesondere solche mit prophetischem Anspruch (So spricht Gott…) muss immer wieder – auch heute – von den Hörern geprüft werden. „Prüft die Geister, ob sie von Gott sind.“

Vers 2: Das Kriterium dieser Prüfung ist die Stellung des Verkündigers zu Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes.

Vers 3: Falsche Lehre in der Gemeinde ist nicht etwa harmlos. Sie ist gefährlich, denn in ihr wirkt der „Geist des Antichristen“.

Vers 4: Mancher Leser fragt sich bestimmt: Ja, kann ich das denn? Bin ich denn kompetent, die Lehre zum Beispiel meines Pastors zu prüfen? Johannes macht Mut: Gott ist doch in euch.

Vers 5: Falsche Lehre ist oft sehr beliebt (und gerade deshalb so verlockend gefährlich), weil sie „von der Welt ist“ und scheinbar niemandem wehtut und niemanden herausfordert. Sie passt sich dem Zeitgeist an.

Vers 6: Wenn dagegen wirklich Christus verkündigt wird, scheiden sich buchstäblich die Geister – der Geist der Wahrheit vom Geist des Irrtums. Echte Verkündigung fordert die Hörer zur Entscheidung heraus.  

4. Fragen zum Gespräch
Johannes traut der Gemeinde eine Menge zu. Wie ist das in unserer Praxis: Reden wir untereinander über die Verkündigung z.B. des Predigers / des Pastors? Reden wir mit dem Verkündiger darüber?

Was macht für dich eine Predigt zu einer guten Predigt und was macht sie zu einer schlechten?

Welche falschen Lehren bedrängen / gefährden die Kirche(n) heute? (Denk an Predigten, die du gehört hast, Worte zum Sonntag, Presseartikel, Kirchentage usw.)

 

5. Der zweite Text (evt. Für die Weiterarbeit zu Hause): 1. Johannes 5,13-17
Wir lesen den Text laut vor in allen Übersetzungen, die uns zur Verfügung stehen.

6. Zentrale Worte
Wir rufen Worte, die uns zentral erscheinen, die uns ansprechen oder die etwas in uns auslösen, unkommentiert in den Raum. Jeder kann ein Wort oder einen Satzteil aussprechen. Alles bleibt unkommentiert stehen!

7. Hilfen zum Verständnis
Vers 13: Johannes will die Heilsgewissheit und Sicherheit seiner Leser stärken: Wer an Jesus glaubt, soll wissen, dass er das ewige Leben hat.

Vers 14: Rechtes Gebet geschieht in dieser Zuversicht und deshalb in der Gewissheit, dass unser Gebet gehört wird, wenn unsere Bitten „nach seinem Willen sind“.

Vers 15: Johannes macht Mut, dass diese Zuversicht den Beter auch durch schwere Zeiten (z.B. scheinbarer Nicht-Erhörung) durchträgt.

Vers 16-17: Johannes schreibt hier offen über einen erschreckenden Gedanken: Es ist gut, wenn wir besonders für Sünder bitten – für Menschen, die sich verfehlen. Betet füreinander, wenn jemand in Sünde fällt. Die Macht des Gebets hat hier aber Grenzen: Es gibt eine Sünde, die Menschen so gerichtsreif macht, sodass Gott nicht mehr auf unser Gebet für diese Menschen hören will. Es ist in diesem Fall sinnlos geworden.

8. Fragen zum Gespräch
Welche Gebetserhörungen hast du schon erlebt? Hast du manchmal das Gefühl, dass deine Gebete unerhört bleiben?

Was würde Johannes dir raten, wenn du dieses Gefühl hast?

Was ist Gebet „nach seinem (Gottes) Willen? Was unterscheidet dieses Gebet von anderem Beten?

Johannes meint: Es gibt eine „Sünde zum Tode.“ Wer sie tut, für den sind alle Gebete sinnlos. Was könnte solche „Sünde zum Tode“ sein? Denke besonders auch an den Kontext des ganzen Briefes und das, was wir zu 1.Johannes 4,1-6 erarbeitet haben.

                                                                                                                      (nachOben)