Bericht von der Norddeutschen Jährlichen Konferenz in Braunfels 2019

Von Heide Ihling-Rudolph

Ich möchte meinem Bericht mit einem Dank an die Gemeinde beginnen. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das Ihr in mich gesetzt habt, unsere Gemeinde zu vertreten und euch an verschiedenen Ereignissen und jetzt auch Ergebnissen teilhaben zu lassen.

Die Konferenz 2019 begann in der Katholischen Kirche mit einem Eröffnungsgottesdienst.
Dieser nahm auch gleich das Konferenzthema auf: „Im Vertrauen unterwegs“. Superintendent Stefan Kraft entfaltete in seiner Predigt (zu 2. Kor 12) Chancen der Schwachheit und des Leidens. „Unsere Schwachheit war noch nie Gottes Problem“, so machte er der Gemeinde Mut.

Ab Donnerstag hatte die Konferenz eine umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen: der Umgang mit dem Ergebnis der Generalkonferenz zum Eheverständnis und zur Homosexualität in der EmK, die Zukunft des Kinder- und Jugendwerks und eine vorausschauende, noch striktere Finanzplanung waren die dicksten Brocken. Hinzu kamen viele, viele Wahlen, denn alle Gremien wurden zu Beginn des Jahrvierts neu besetzt - eine echte Herausforderung besonders für die zahlreichen neuen Laienmitglieder, die der Bischof herzlich willkommen hieß.

Jeder Tag begann mit einer Bibelarbeit zum Thema Vertrauen. Jens Bärenfeld, Leiter des Hauses Höhenblick, fand markante Worte für die Konferenz in seiner Bibelarbeit (über Eph 4,1-6). „Lasst die Standpunkte nicht Schlusspunkte sein, sondern Ausgangspunkte für das weitere Ringen um Einheit.“ Pastor Frank Drutkowski (Berlin-Lankwitz) führte die Gedanken in seiner Bibelarbeit (über Eph 4,11- 16) weiter: „Jeder braucht den anderen not-wendig, er ist nicht Bedrohung, sondern Ergänzung, von Jesus gesetzt“. Jutta Göttsche (Braunfels) machte Mut, über unsere Begrenzungen hinaus auf Gott zu vertrauen: „Gottes Maß ist die Fülle“, fasste sie Verse aus 2. Könige 4, 1-7 zusammen.

Am Donnerstagnachmittag wurden verschiedene Diskussionen zum Thema Homosexualität geführt, welche in Tischgruppen vertieft wurden. Auch der Bischof betonte in seinem Impuls den Wert der Vielfalt: „Eine Kirche, in der nur eine Sichtweise Platz hat, ist keine methodistische Kirche,“ sagte er. Viele sind der Meinung, auch wir sollten darüber nachdenken und uns öffnen. Deshalb beschloss die Konferenz, dem Runden Tisch beim Bischof das Vertrauen auszusprechen, weiter daran zu arbeiten, wie wir trotz unterschiedlicher Meinungen zum Thema in einer Kirche zusammenbleiben können. 

Ein heikles Thema wurde dann am Donnerstag noch in den Raum gestellt: 4 freie Sonntage pro Jahr zusätzlich zum Jahresurlaub für alle Pastorinnen und Pastoren, um sich zum Beispiel um ihre Familie zu kümmern. Im vergangenen Jahr kam diese Idee als Alternative zu weiteren Gehaltserhöhungen für unsere Pastoren auf, die wir uns nicht leisten können. Am Ende wurden nicht 4, aber 2 zusätzliche freie Sonntage im Jahr für unsere Pastorinnen und Pastoren beschlossen. Wann diese genommen werden, entscheidet jeder Pastor für sich selbst.

Was für uns als Gemeinde eine große Rolle spielt, ist das Thema Finanzen , weil es Einfluss auf den Weitergang unserer methodischen Gemeinden hier in Altersbach, Schmalkalden und Friedrichroda hat. Dazu möchte ich etwas mehr berichten, dies geht uns alle an:

Eine Arbeitsgruppe, der auch unser Pastor Uwe angehört, erarbeitet in den nächsten 3 Jahren Vorschläge, wie die Finanzen der NJK auf neue Füße gestellt werden können. Dabei ist klar, dass die Entwicklung dahin geht, dass Gemeinden zukünftig nur so viel pastorale Arbeitskraft bekommen können, wie sie auch über ihre Umlage bezahlen können.

Die Mitgliederzahl bei uns ist momentan gut, unsere Umlage wurde in den letzten Jahren auch stetig erhöht, sie entspricht aber noch lange nicht dem, was wir rechnerisch für einen 100 %-Pastor bezahlen müssten. Wir würden also, wenn die Finanzordnung so wie oben beschrieben geändert wird, keinen 100 %-Pastor mehr bekommen – es sei denn, es ergibt sich bei den Beiträgen, die wir alle an unsere Gemeinden bezahlen, eine deutliche Erhöhung.

Dieses Thema war für mich sehr frustrierend und ernüchternd. Vielleicht ist es meine Aufgabe, dies so deutlich in den Gemeinden zu sagen. Ich bin gerne dazu bereit, Auskunft zu erteilen, oder mit euch das Gespräch zu suchen, wie wir hier weiter verfahren können – was wir zum Beispiel tun können, um höhere Beiträge zu bekommen.

Für mich persönlich war es eine Bereicherung, zu erleben, wie die Leitung unserer Kirche funktioniert. Wie wollen wir uns in Zukunft präsentieren? Was können wir tun, um andere Menschen mit unserem Glauben zu erreichen? Interessante und gute Gespräche durfte ich führen, und wenn man mit den Menschen ins Gespräch kommt, haben wir in vielen unserer Gemeinden dieselben Probleme: Die Menschen werden älter und die Jugend bleibt aus. Zu besonderen Anlässen erreicht man auch junge Menschen, aber leider nicht in der Regelmäßigkeit, wie es einmal war. Vielleicht sollten wir unsere Schwerpunkte gerade da einsetzen und versuchen, Menschen zu erreichen und Menschen zu Jesus zu bringen!

Im Vertrauen unterwegs!

Mit einem sehr schönen Abschlussgottesdienst im Haus des Gastes mit einer Predigt von Bischof Rückert ging die Tagung der NJK zu Ende. Mut, um nach vorne zu schauen und miteinander einen gemeinsamen Weg zu gehen im Vertrauen auf Gott.

Doch es sind nur noch zehn Monate, bis wir unterwegs zur nächsten Konferenztagung sein werden: Auf nach Hamburg heißt es dann!