Bericht von der Norddeutschen Jährlichen Konferenz in Braunfels 2019

Von Christiane Jordan

Vom 12. - 16. 6. waren wir in Braunfels zur Jährlichen Konferenz. Wir, das sind Pastor Uwe, Heide Ihling-Rudolph für Herges-Hallenberg und ich für den Bezirk Thüringer Wald als Laiendelegierte.

Wir haben die Gastfreundschaft des romantischen Braunfels und das Wiedersehen mit Pastor Steffen Klug genossen, trotzdem war das ganze alles andere als Urlaub.

Der Auftakt war Mittwochabend ein Abendmahlsgottesdienst. Es tat gut, in so großer Gemeinschaft die Gegenwart Gottes zu feiern, zumal vielen von uns es sonst selten vergönnt ist, einfach mal nur Gottesdienstteilnehmer zu sein.

Der Einstieg am Donnerstag war für viele, die wie ich neu in diesem Dienst sind, eine Herausforderung: Wahlen für die einzelnen Gremien.

Beim Thema „Homosexualität und die Entscheidung der Generalkonferenz“ war von vornherein klar, dass wir zu keinem Ergebnis kommen, sondern der Bischof noch ein Jahr weiter an Lösungsmöglichkeiten arbeitet. So waren die Diskussionsbeiträge nur Meinungsaustausch.

Obwohl immer wieder ermahnt wurde: „Hört euch gegenseitig zu und sprecht euch gegenseitig nicht den Glauben ab“, empfand ich gerade bei diesen Gesprächsrunden genau das Gegenteil.

Wichtig war die Entscheidung über den Fortbestand des Kinder- und Jugendwerkes. Es war angedacht, die Kinder- und Jugendarbeit auf regionale Ebenen zu verlegen und das KJW in seiner bisherigen Form aufzulösen. Letztendlich stimmten wir dafür, dass wir das Kinder- und Jugendwerk brauchen. Ich empfand diesen Entscheidungsprozess als wertvoll: Wenn man das, was man hat, in Frage stellt, und sich dann doch wieder dafür entscheidet, zeugt das vom Wert dessen. Und es kann gleichzeitig ein Neuanfang werden.

Eine weitere wichtige Entscheidung, die gefällt wurde, war, dass unsere Pastoren jedes Jahr zwei zusätzliche freie Sonntage bekommen. Die Arbeitszeit der Pastoren ist so familienunfreundlich, dass dieser kleine Beitrag einfach eine Wertschätzung für ihre Dienste darstellen soll.

Und dann natürlich das Thema Finanzen. Auch da war klar, dass dieses Jahr keine Entscheidungen getroffen werden sollen. Momentan ist die Kirche noch handlungsfähig, die Vorräte schrumpfen aber zusehends. Also steht als Aufgabe, in den nächsten drei Jahren ein tragfähiges Finanzkonzept zu erstellen.

Einer der Aspekte dabei sind unsere Umlagen: Unsere Kirche, unsere Pastoren leben von dem, was wir als Gemeindeglieder geben. Sind wir in der Lage und bereit, mit unseren Gaben unseren Pastor zu bezahlen?

Mehrmals in heißen Diskussionsphasen meldeten sich Jugendliche zu Wort, einfach mit der Bitte: Lasst uns doch dafür beten. Das hat mich beschämt und erfreut gleichermaßen: Eine Kirche, in der die Jugend zum Gebet aufruft, hat Chancen für die Zukunft.

Ich danke der Gemeinde für alle Gebete für diese Konferenz und das Vertrauen, dass ihr in mich gesetzt habt.